
08.06.26
Kunst
Die rosafarbene Flagge hissen
Die Künstlerin Maria Pinińska-Bereś emanzipierte sich vom männlich dominierten Kanon und setzte sich kritisch mit Geschlechterrollen auseinander. Nun hat ihr das Kunstmuseum Luzern eine Retrospektive gewidmet.
Leonora Kugler (Text)
Obwohl sich Maria Pinińska-Bereś mit ihrem Werk in eine Generation feministischer Künstlerinnen einfügt, zu der etwa Louise Bourgeois oder Valie Export gehören, blieb sie in Polen von den politischen Bewegungen im sogenannten Westen isoliert. Im Kontext einer sozialistischen Gesellschaft, die von ideologischer Indoktrination und staatlicher Repression geprägt war, erscheinen die Werke der 1931 in Posen geborenen Künstlerin mutig, radikal und provozierend. Es verwundert daher nicht, dass die Ausstellungen, die Pinińska-Bereś zu Lebzeiten in ihrer Heimat durchführte, abwehrende Reaktionen zur Folge hatten – ihre Werke wurden regelmässig beschädigt oder gar zerstört.





