Literaturpause

Die Literaturpause ist eine Zusammenarbeit zwischen 041 – Das Kulturmagazin und dem Innerschweizer Schrifstellerinnen- und Schriftstellerverein (ISSV). Die aktuelle Staffel 2020/2021 wird mit finanzieller Unterstützung von der Zentralschweizer Kulturbeauftragten-Konferenz (KBKZ) umgesetzt.

Mit der 55. Ausgabe wurde die Literaturpause neu lanciert. Seit 2020 erscheint sie als separate Publikation zweimal im Jahr gemeinsam mit der Juli/August- und der Dezemberausgabe von 041 – Das Kulturmagazin. Damit erscheint sie zwar nur noch halb so fleissig wie ihre 54 Vorgängerinnen, dafür mit doppelt so viel Inhalt in jeder Ausgabe. Insgesamt gibt es also weiterhin mindestens gleich viel Literaturpause wie früher.


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Ausgabe #57 | 07/2021

Neues denken – neues Denken

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser
Literatur hat die Aufgabe, Neues zu denken. Geschichten erfinden, Welten kreieren, die Gesellschaft sowie das Selbst immer wieder neu verhandeln und hinterfragen – dies kann die Literatur.
Also machen wir uns daran, in der Literaturpause das Neue zu erkunden. Dafür konnten wir Judith Keller gewinnen, eine Meisterin des Neudenkens; sie dekonstruiert den Alltag und reizt die Möglichkeiten der Sprache so wunderbar aus wie gegenwärtig kaum eine andere Autorin in der Schweiz. Denn was ist Sprache, wenn nicht ein Spielplatz neuer Ideen?
Doch eben jene Sprache ist auch unbarmherzig – denn Neues zu denken ist keine leichte Aufgabe. Claudio Landolt versucht, seinen Bezug zum eigenen Schreiben neu zu denken. Der Autor und Musiker zeigt, warum ein weisses Papier Fluch und Segen ist – und warum es trotz allem süchtig macht.

Herzlich,
Pascal Zeder
Redaktionsleiter


Ausgabe #57 07/2021, Neues denken – neues Denken


Ein künstlerischer und damit schöpferischer Akt ist auch die literarische Übersetzung. Denn diese denkt bereits Vorhandenes neu, und zwar in einem neuen Sprach- sowie Kultursystem, das anderen Regeln folgt. Georg Gerber setzt sich in einem äusserst lesenswerten Essay mit dieser Schöpfungskraft der Translation auseinander. Und er zeigt: Literaturübersetzung kann mehr, als nur Geschichten fassbar zu machen – ohne sie droht eine kulturelle Verarmung.
Die Philosophin und Geschlechterforscherin Geneva Moser unter sucht in einem Essay für uns das meistgelesene Buch der Welt: Sie geht der Frage nach, ob ein neues Evangelium möglich ist und wie dieses aussehen könnte, wenn es sich auf aktuelle soziale Fragestellungen bezieht. Wer wäre Jesus heute – und wie sähen seine Lehren aus?


Ausgabe #57 07/2021, Neues denken – neues Denken


Jana Avanzini giesst für uns die Welt jener in Verse, die am liebsten gar keine Veränderung möchten. Und Claudio Näf erzählt von einem jungen Menschen, der sein eigenes Ich verleugnet, verleugnen muss, um nicht aus der Gemeinschaft zu fallen. Er zeigt berührend auf, was überall auf der Welt noch immer passiert, wenn wir uns nicht zu neuem Denken durchringen können. Schliesslich erschafft die Literatur nicht nur Neues – sie verhandelt auch reale Veränderung. Anja Siouda, Luzerner Literatin, wohnhaft in Ville-la-Grand, Frankreich, verarbeitet ihre Eindrücke des vergangenen Jahres und ein Phänomen, das zunehmend in den Vordergrund rückt: das Long-Covid-Syndrom und dessen Opfer.

Genauso neu ist erneut die Gestaltung der Literaturpause, für welche die wundervolle Carla Crameri verantwortlich zeichnet. In diesem frischen Gewand wünsche ich Ihnen aufregende neue Gedanken und Anregungen mit unserer Literaturpause.

Pascal Zeder,
Redaktionsleiter Literaturpause

Redaktion: Anna Chudozilov, Dominika Jarotta, André Schürmann, Pascal Zeder
Gestaltung: Carla Crameri


Ausgabe #56 | 12/2020

Grenzen

Editorial

2020 ist für viele das Jahr der Grenzen. Grenzen der Gesundheit, der Selbstbestimmung, unseres Pflegepersonals und der Zahl der Krankenhausbetten, unserer geistigen Belastbarkeit, der Demokratie, unserer Solidarität und finanzieller Mittel. Wann wurde man zuletzt daran gehindert, nach Deutschland zu fahren, nur weil man gerade keine triftigen Gründe vorzuweisen hat? 2020 war ein Jahr der Einengung, ein Jahr der Be- und der Abgrenzung. Viele von uns haben keine vergleichbare Krise erlebt. Es zeigt sich: Sowohl unserem Erfahrungsschatz als auch unserem Verständnis dafür sind Grenzen gesetzt.


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Hier hilft uns die Literatur. Die Literaturpause setzt sich im letzten Monat dieses verrückten Jahres mit diversen Arten von Grenzen auseinander. Mit geographischen, nationalen, auch Eigentumsgrenzen, wie dies Béla Rothenbühler tut. Oder die Grenzmomente im Leben, die Theres Roth-Hunkeler in ihrem Beitrag rührend beschreibt. Dominik Busch fliegt in seinem Monolog über Grenzen und landet in einer neuen Realität.


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Die Grenzen unserer Umgangsformen erörtert Judith Stadlin in bester Spoken-Word-Manier, und schenkt uns damit ein Lächeln – denn auch das kann Literatur. Und schliesslich zeigt die Lyrik von Sayed Ashraf Sadat wie es ist, Grenzen zu überwinden – und gleichzeitig aus seiner Heimat ausgegrenzt zu sein. Die Übersetzung seiner persischen Gedichte schlägt eine Brücke zwischen hier und dort. Dazu gesellen sich gefühlvolle Erzählungen von Selina Beghetto und Karin Mairitsch, ein Gedankenexperiment von Zeno Schneider und vier herzliche Buchempfehlungen unserer Redaktion.

Um Grenzen aufzulösen, braucht es Diskurs. Und in diesen Tagen Gesundheit. Literatur trägt zu beidem bei. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre.

Pascal Zeder,
Redaktionsleiter Literaturpause

Redaktion: Anna Chudozilov, Dominika Jarotta, André Schürmann, Pascal Zeder
Gestaltung: Carla Crameri


Ausgabe #55 | 12/2020

Musik – Klang – Geräusch

Editorial

Wir präsentieren freudig: unsere neue Literaturpause! Als eigene kleine Publikation, in neuem Format und (nur körperlich, nicht aber geistig) losgelöst vom Kulturmagazin, wird sie noch mehr zu dem, was sie eben sein soll: eine Gelegenheit, um durchzuatmen, in sich zu kehren, sich eine Pause zu gönnen. Das kleine Format lässt sich problemlos in Rucksack oder Tasche platzieren und ist griff- bereit, wenn Zeit da ist; in der Badi, in den Ferien, im Zug. Dazu haben wir den Umfang verdoppelt – schliesslich hat man gerade im Sommer die Musse, sich dem Lesen hinzugeben. Zudem möchten wir noch mehr Hintergrund zu den Schreibenden vermitteln und damit den Texten einen Rahmen geben.


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Im Debüt dieser neu gestalteten Literaturpause befassen wir uns mit Geräuschen, mit Rhythmus, mit Klang – kurz: mit Musik. Dass die Grenze zwischen Musik und Literatur kontinuierlich verwischt, wissen wir nicht erst seit Bob Dylans Nobelpreis. Viele Musiker*innen sind begnadete Texter*innen: Kate Tempest, Nick Cave, PJ Harvey, Sven Regener – die Liste schreibender Musikschaffender kann beliebig erweitert werden.


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So haben auch wir uns auf die Suche nach der lyrisch-musikalischen Grenzerfahrung gemacht. Dominic Oppliger ist einer ermüdenden, nicht enden wollenden Geräuschkulisse ausgesetzt, Jaronas Scheurer erörtert, wann Lärm zu Musik wird – und vice versa. Das Duo Dietiker / Dillier wandert durch die «Streets of London», dazu entstand extra für diese Ausgabe eine musikalische Komposition. Weiter beantwortet Christoph Fellmann die Frage: Wie schreibt man eigentlich über Musik, ganz ohne Plattitüden? Und schliesslich ist die Verwandtschaft der Worte Lyrik und Lyrics nicht zufällig; darum präsentieren wir einen Vorabdruck des neusten Songs von Luzi Rast und Mike Walker, die als Rap-Combo GeilerAsDu bekannt sind. Dazu gibt es Gedichte, Erzählungen und auch ganz neu: eine Ausschreibung für Nachwuchsschreibende.

So bleibt mir, Ihnen eine wohlklingende (Sommer-)Pause zu wünschen und viel Freude bei der Lektüre!

Pascal Zeder,
Redaktionsleiter Literaturpause

Redaktion: Anna Chudozilov, Dominika Jarotta, André Schürmann, Pascal Zeder
Gestaltung: Carla Crameri


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Bemerkungen

Literaturpause
ISSN 2235-2031

Auflage
3500 Exemplare

Herausgeberin
IG Kultur Luzern
kulturluzern.ch

Verlag
null41 Verlag
null41.ch

Korrektorat
Petra Meyer
korrektorium.ch

Druck
UD Medien AG
ud-medien.ch