
30.09.26
Kunst
Am Horizont die Peripherie
Seit 40 Jahren machen Flurina und Gianni Paravicini Ausstellungen. Zuerst in Poschiavo, dann in Luzern. In der Jubiläumsausstellung «Tour d’Horizon» zeigen sie die grossen Linien ihrer Arbeit.
Franziska Nyffenegger (Text) und Mischa Christen (Bild)
Der Eingang zur Galleria Edizioni Periferia befindet sich im Hinterhof eines unscheinbaren Bürogebäudes im Tribschenquartier. Die Tür ist offen, der Blick fällt auf ein kleines Ölgemälde von Robert Zünd (1827–1909): ein Wasserfall, Bäume, Felsen, eine detailreiche Idylle, wie sie typisch ist für den bekanntesten Luzerner Maler des 19. Jahrhunderts. Dass Flurina und Gianni Paravicini, die vor allem als Vermittler:innen zeitgenössischer Kunst bekannt sind, ihre Jubiläumsausstellung ausgerechnet mit einem historischen Bild beginnen, ist wiederum typisch für die Haltung der beiden. «Zünd gehört einfach dazu, wenn es um Horizonte geht», sagt Gianni Paravicini, genau wie der noch ältere Caspar Wolf (1735–1798), von dem ebenfalls zwei Landschaften zu sehen sind. Zeitgenossenschaft hört für das Galerist:innenpaar nicht mit dem Heute auf. Die Vergangenheit ist unbedingt Teil davon.








