
02.03.26
Literatur
«Schweigen ist keine Alternative»
Nora Osagiobare tritt am Lettera Literaturfest Luzern an einer Femmage zu Ehren von Gertrud Leutenegger auf. Sie ist ihr im Leben nur ein einziges Mal begegnet, doch Berührungspunkte zu Leuteneggers Werk findet sie viele.
Mariann Bühler (Interview)
Wenige Monate, nachdem du die Schweizer Literaturlandschaft mit deinem ersten Roman «Daily Soap» betreten hast, ist Gertrud Leutenegger aus dieser Landschaft verschwunden. Hast du sie oder ihr Schreiben gekannt?
Ich bin ihr tatsächlich begegnet. Im gleichen Jahr, in dem ich ein Werkjahrstipendium erhielt, wurde Gertrud Leutenegger vom Kanton Zürich ausgezeichnet. Ich bin extrem nervös in dem Restaurant angekommen, wo sich die Autor:innen vor der Preisverleihung getroffen haben, unter ihnen auch Gertrud Leutenegger. Ihre Präsenz hat mich total beruhigt. Sie hat mich immer wieder so lieb angeschaut und angelächelt. Ich konnte mich entspannen, einfach weil sie da war, obwohl ich sie gar nicht kannte. Das war eindrücklich. Ich kannte ihr Werk damals gar nicht.

