
15.10.26
Rusa, was macht das mit dir?
Die Reuss führt in diesem Sommer so wenig Wasser wie selten bisher, ihre Temperatur erreicht Rekordwerte. Warum es an der Zeit ist, Flüsse nicht länger als Sache, sondern als Rechtssubjekte zu begreifen.
Gina Bucher (Text) und Elias Rösli (Bilder)
Unterwegs an der Reuss zwischen der Luzerner Seebrücke und dem Reusszopf in den letzten Tagen dieses mächtigen Sommers. Begleitet von einem Podcast mit Robert Macfarlane, der über sein Buch «Sind Flüsse Lebewesen?» spricht. Der britische Autor denkt die Welt in Beziehungen, begreift Flüsse als Ursprung und Grundlage des Lebens. Er sagt: Flüsse sind lebendig, weil sie beleben. Er will Wasser neu denken, indem er mit Flüssen in einen Dialog tritt.
Hey, Reuss, was geht?
Zugegeben, ich habe mich nie getraut, in ihr zu schwimmen. Zumindest nicht dort, wo andere verbotenerweise von der Brücke gesprungen sind. Sie kann reissend sein, wie es ihre Wortwurzel verspricht.
Ich würde sie eher siezen als duzen, käme ich mit ihr ins Gespräch.








