
13.05.26
«Die Akten sind ein Beweismittel»
Dem jahrzehntelangen Kampf der Betroffenen ist zu verdanken, dass die Verfolgung der Jenischen in der Schweiz heute als «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» gilt. Eine von ihnen ist Uschi Waser. Nun hat die Journalistin Silvia Süess ein Buch mit ihr und über sie veröffentlicht. Ein Gespräch über Erzählperspektiven und Aufarbeitung.
Xhemile Asani (Interview)
Von 1926 bis 1973 nahm das sogenannte Hilfswerk «Kinder der Landstrasse» von Pro Juventute fast 600 Kinder ihren Eltern weg und stellte sie unter Vormundschaft. Kantonale und kommunale Behörden beteiligten sich ebenfalls an diesem Verbrechen – auch unabhängig von Pro Juventute. Schätzungen zufolge wurden ungefähr 2000 Kinder in Heimen, Erziehungsanstalten und Pflegefamilien fremdplatziert.
Auch Uschi Waser war von dieser institutionellen Gewalt betroffen. Nachdem sie im Alter von 36 Jahren die Akten gelesen hatte, die von Pro Juventute, Behörden und Gerichten über sie angelegt worden waren, ging sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit. Seither setzt sie sich für die Aufarbeitung der Verfolgung der Jenischen in der Schweiz ein.






