Kommentar

Wohl kaum ein Kleinsttheater in Luzern hat einen treffenderen Namen: Von der «Loge» aus hat man als Concierge das Helvetiagärtli fest im Blick. Nach innen gerichtet, zur Miniaturbühne, sitzt fast jeder der maximal 50 Gäste in der ersten Reihe, nah genug jedenfalls, um das Weisse im Auge der Akteure zu sehen. Und umgekehrt. Heute also einmal ein Blick in den Saal … 

Loge Luzern, 07.12.2016: «Welle isch de Beat Sterchi?» fragt es in den Raum. «Welle isch de Beat Sterchi?» fragt es, in dem Moment, als Guy Krneta – also derjenige, der nicht Beat Sterchi ist – Luft holt zum ersten Satz der doppelköpfigen Lesung in der Loge am Dienstagabend.

Loge, 6.9.2016: Den Erzählungen in Jens Nielsens neustem Erzählband «Flusspferd im Frauenbad» fehlt oftmals eine für wichtig empfundene Zutat: die Pointe. Zu einer Zugabe kommt es an der Lesung in der Loge dennoch.

(Foto: Giorgio von Arb)

Loge Luzern, 12.04.2015: Heini Gut und MC Graeff. Ein Spoken-Word-Abend, der so schwer oder leicht ist, wie man es eben zulässt. Einzuordnen irgendwo zwischen Schulzimmer, Bikerbeiz und Studentenbude.

Loge Luzern, 30.03.2016: Hat eine Veranstaltung die Wörter «Slam» und «Hazel Brugger» im Titel, so kommen die Leute in Scharen. Der Andrang im wohl kleinsten Kulturraum der Stadt Luzern war so gross, dass auch nach dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn noch Leute vor der Türe standen und sich einen heiss begehrten Platz in der eng bestuhlten Loge ergattern wollten.