Ruth Bättig, «Deserto Rosso», Video und Performance

Alle Jahre wieder: Best of Jahresausstellung

Bild: Ruth Bättig, «Deserto Rosso», Video und Performance
Text: Katharina Thalmann

Happy Birthday, Kunstgesellschaft Luzern! Schon 200 Jahre hat sie auf dem Buckel. Grund genug, die traditionelle «Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen» mit dem Suffix «XL» zu versehen: mehr Fläche, mehr Kunst. Zehn Räume sind über und über gefüllt mit oftmals mehr- und/oder kleinteiligen Kunstwerken – ein neuer Trend in der Zentralschweizer Kunstwelt? Filzplaneten, Ginko-Blätter, Wasserfotos und Bleistiftzeichnungen im Postkartenformat so weit das Auge reicht. Aber ist die Ausstellung wirklich «XL»? «041–Das Kulturmagazin» hat einen Sonntag lang Statistik betrieben: die letzten 15 Jahre Jahresausstellung in Zahlen.

Jährlich werben 170 bis 190 Personen um die Gunst der dreiköpfigen Jury rund um Noch-Sammlungskonservator Heinz Stahlhut. Seit 2003 kamen 304 Personen in den Genuss eines Plätzchens im Kunstmuseum. Bis zu siebenmal haben sich laut Informationen aus dem 041-Umfeld gewisse Personen bereits beworben – erfolglos. Ein kleiner Trost: Wer mal angenommen wurde, dessen oder deren Chancen stehen fast 1:2, auch in den Folgejahren wieder berücksichtigt zu werden. Von den 304 Personen wurden 132 oder 43 Prozent wieder eingeladen. Von diesen 132 wurden 46 Prozent zweimal, 20 Prozent dreimal und ganze 34 Prozent viermal oder öfter ausgestellt. Der Rekord liegt bei neun Einladungen zu den 15 Ausstellungen – eine Quote von 60 Prozent! Die Edition 2018 ist mit ihren 47 Positionen übrigens nur auf den ersten Blick «XL»: 2017 wurden 47, 2010 gar 56 Künstlerinnen und Künstler auserkoren.

Schon vor zwei Jahren wurde auf dem Online-Blog null41.ch von Peter Bitterli darauf hingewiesen, dass man «all das, was da hängt und steht, in den letzten paar Jahrzehnten schon Dutzende von Male so oder ähnlich gesehen hat.» Diesem Eindruck kann man sich auch dieses Jahr nicht erwehren. Statistik sei Dank: Das Bauchgefühl stimmt! Denn nur 13 von 47 Positionen sind heuer Premieren, also nicht einmal 30 Prozent. Gut 25 Prozent sieht man zum zweiten Mal, fast 50 Prozent aller dieses Jahr vertretenen Künstlerinnen und Künstler waren schon drei- oder mehrmals zu sehen. 2,13 Prozent stellen zum achten Mal aus. Vielleicht sollte bei der nächsten Ausgabe das Suffix «XL» einfach durch das Präfix «Best of» ersetzt werden.