Weltschmerz: aushalten.

PlattenWechsler: Gibt es einen Ausweg? Weiss irgendjemand, wie es weitergeht? Glaubst du an den Weltuntergang? Das neue Album «What if there is no way out» von Visions in Clouds [VIC] kann dir darauf leider auch keine genaue Antwort geben, aber es hilft dir vielleicht dabei, die Fragen auszuhalten.

Nach dem Debütalbum und einer EP malt auch das neue Album der Luzerner ein eher düsteres Bild der heutigen Zeit. Aber die schattige und dunkelgraue Welt, die die Herren mit ihren Klängen basteln, ist keinesfalls trostlos. Sollte es also wirklich «no way out» geben – muss man vor dem Weltuntergang (fast) unbedingt mal noch diese Platte durchhören. (Und eventuell in Unterwäsche mit Rotwein durch die Wohnung tanzen, wobei sich der angestaute Weltschmerz sicher auch in einem kalten Keller mit Strobos sehr gut in den Boden stampfen lassen würde.)

Zugegeben, das Rad wird nicht neu erfunden mit diesem Album (was auch komisch wäre, denn New-Wave-Musik hält sich seit Ende der 1970er wacker), aber die Fahrt durch die treibende Klangwelt fühlt sich authentisch, ehrlich und fliessend an. «What a world we could create when we were all alone» (aus dem Song «no way out») führt uns beispielsweise vorbei an den bittersüssen Schattenseiten unserer «paradox of choice»-Generation. Die ob all der Optionen, die wir im «yes we can»-Zeitalter vorfinden, überfordert ist. Wir sind quasi gefangen in der Möglichkeitsform, denn: «We just don’t know» – wie es im Titel «Tides» so schön heisst.

Was wir aber wissen: Falls die Welt untergeht, wird New-Wave überleben. Denn kombiniert mit treibenden Bassläufen, schattiger Post-Punk-/Shoe-Gaze-Gitarre, sowie den treffsicheren Drums und Vocals, verschmelzen die verschiedenen Elemente zu einem organischen Gesamtwerk. Das Album hilft, an das Ende der Welt zu glauben (wie es beispielsweise im Song «Out here on my own» heisst). Fazit: Wer versucht ist, die innere Leere mit etwas zu füllen, dem sei «what if there is no way out» sehr ans Herz gelegt.  

Visions in Clouds [VIC]: What if there is no way out (2018, Icy Cold Records)

Plattentaufe
FR 16. November, 20 Uhr 

Jazzkantine zum Graben, Luzern

Weiteres Konzert
SA 24. November, 20 Uhr
Kulturwerk 118, Sursee

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