Ingrid Roscheck & Ursula Stalder – die Ausstellungstipps des Monats

Von Lea Hunziker Wunderkammer der Erinnerungen Es gilt als Tatsache, dass Sursee mit seiner Geschichte, die bis zur Römischen Epoche zurückreicht, von reichhaltigem historischem Material profitiert. Der Sankturbanhof, seines Zeichen Haus der Kunst, Geschichte und Gegenwart, destilliert in der aktuellen Ausstellung der deutschen Bildhauerin Ingrid Roscheck (*1957) das Lebendige der oftmals verstaubt gedachten Archive heraus.

Die Künstlerin eröffnet mit ihren Werken aus gebranntem Ton, Gips, Stahl, Textilien, Fotos, Papier u.a. eine grosse gegenwärtige Wunderkammer mit Erinnerungen, Bildern und Relikten, in der zahlreiche Geschichten aus und um Sursee zu entdecken sind. Die Ausstellung von Ingrid Roscheck dauert bis 3. Januar. Sankturbanhof Sursee Hüterin der Welt der Dinge Strandgut trägt Werte in sich. Werte, die sich durch die Form, die Farbe, das Material oder den Fundort ergeben. Diese an den unterschiedlichsten Orten der Welt gesammelten Fundstücke werden mit Feingefühl für jene Werte von Ursula Stalder (*1953) zu grossflächigen Wandkompositionen, Figurengruppen, Schaukästen oder kleinformatigen Kompositionen in Postkartengrösse. Ihr «Archiv der Dinge», wie sie es liebevoll bezeichnet, ermöglicht es, die gefundenen Objekte in neue Kontexte zu stellen und ihnen durch ein Thema (neue) Identität(en) zu verleihen. Für die Galerie Kriens widmet sich die Künstlerin dem Begriff des «Lebensraumes». Wie präsentiert sich das Objekt darin, wie setzt sich der Mensch mit dessen Grenzen auseinander, wie erkennt er sich im Objekt? Als einst weggeworfenes oder verlorenes Gut, schliesst sich der Kreislauf einer Raum- und damit Menschzugehörigkeit der Welt der Dinge.

Ursula Stalder: Objekte zum Thema «How to live, how to stay». Bis 20. Dezember. Galerie Kriens